Rückbau von schadstoffbelasteten Gebäuden

 

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Problemstellung:

 

 

Der Rückbau von Gebäuden ist in Berlin beim zuständigen Bezirk – je nach Gebäudeart – anzuzeigen oder zu beantragen. Das zuständige Gewerbeaufsichtsamt (Berlin: Landesamt für Gesundheitsschutz und Technische Sicherheit, LAGeTSi) wird automatisch informiert. Die Gewerbeaufsicht erhält damit auch Kenntnis über die bisherige Nutzung des Gebäudes. Arbeiten mit asbesthaltigen Baustoffen sind gesondert bei der Gewerbeaufsicht anzuzeigen.

 

Bei gewerblicher oder industrieller Nutzung und Umgang mit möglichen Gefahr- bzw. Schadstoffen fordert die Gewerbeaufsicht neben dem Nachweis der Einhaltung der technischen Sicherheit, dass der Gesundheitsschutz für das Baustellenpersonal und sonstige Betroffene, wie Anlieger, auch hinsichtlich etwaiger Gefahren durch kontaminierte Bausubstanz gewährleistet ist. Solche Gefahren können z. B. durch Inhalation schadstoffhaltiger Stäube auftreten.

 

 

Hierzu ist nachzuweisen, dass entweder keine gefahrenrelevanten Kontaminationen vorhanden sind, oder dass etwaige Gefährdungen durch geeignete Schutzmaßnahmen ausgeschlossen werden.

 

In beiden Fällen ist eine Untersuchung der Bausubstanz erforderlich. Bei tatsächlich vorhandenen Kontaminationen dienen die Ergebnisse zudem der Festlegung zusätzlicher technischer Rückbaumaßnahmen, die über die Erfordernisse hinsichtlich Statik und Baumaterialien hinausgehen.
Nach den abfallrechtlichen Bestimmungen sind zur Abfallvermeidung Rückbaumaßnahmen selektiv vorzunehmen, um einen möglichst hohen Anteil der Baumassen einer Wiederverwertung zuführen zu können. Insbesondere sind dabei, soweit technisch möglich, kontaminierte Bereiche separat auszubauen und einer Behandlung zu unterziehen bzw. zu entsorgen.

 

 

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Problemlösung:

 

 

Zur Koordination des Abrisses sowie der Kostenkalkulation im Vorfeld der ausführenden Arbeiten sind folgende Schritte zu planen bzw. auszuführen:

 

Beprobungskonzept:

 

 

Erstellung eines Beprobungs- und Analysekonzeptes mit dem Ziel Produktionsbereiche oder Bauteile mit abfallrechtlich oder humantoxisch relevanten Belastungsunterschieden zu erkennen, hinreichend abzugrenzen und separieren zu können.

 

Untersuchung:

 

 

Die anschließende Untersuchung setzt dieses Konzept um und beinhaltet die Probenentnahme sowie die Laboranalytik. Auf Grundlage rechtlich verbindlicher oder sonstiger relevanter Bewertungskriterien werden die Untersuchungsergebnisse in Berichtsform diskutiert und Empfehlungen für die fallspezifisch zu treffenden Maßnahmen gegeben. Anhand überschlägiger Massenberechnungen wird zusätzlich der Kostenaufwand für die Rückbaumaßnahme grob geschätzt.

 

Rückbauplanung:

 

 

Im dritten Schritt erfolgt die eigentliche Rückbauplanung. Anhand der Baupläne, statischen Unterlagen, Untersuchungsergebnisse und spezifischer Massenermittlungen werden die Möglichkeiten des selektiven Rückbaus unter Beachtung der Kosten-Nutzen-Relation geprüft und die wirtschaftlichste Lösung, die die Gewähr für technische und gesundheitliche Sicherheit bietet, ausgearbeitet.

 

 

Diese Planung ist mit der Gewerbeaufsicht und ggf. auch mit der für den Arbeitsschutz in kontaminierten Bereichen zuständigen Berufsgenossenschaft (BG-Bau) abzustimmen. Gleichzeitig erfolgt die Stellung des Bauantrages.

 

Ausschreibung:

 

 

Anhand der Planungsergebnisse sind die Verdingungsunterlagen zu erstellen, die Rückbaumaßnahme auszuschreiben, die Angebote auszuwerten und eine Vergabeempfehlung zu treffen.

 

Bauüberwachung:

 

 

Während der Maßnahme ist die ordnungsgemäße Durchführung der Arbeiten zu überwachen. Dazu gehört auch die Überwachung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes durch einen Koordinator nach BGR 128 / TRGS 524 und Baustellenverordnung. Diese Arbeiten können auch von der beauftragten Baufirma durchgeführt werden.

 

 

Es empfiehlt sich jedoch einen Bauleiter seitens des Auftraggebers (AG) einzusetzen. Die Erfahrung zeigt leider, dass bei nur geringer oder gar fehlender Kontrolle durch den AG die prognostizierten Projektkosten infolge mangelhafter Koordination, fehlender Termintreue, unnötiger Zusatzleistungen, falscher Rechnungslegung usw. teils drastisch steigen. Dies ist durch Einsetzten eines Sachwalters des AG vermeidbar.

 

 

 

 

Eines unserer Referenzprojekte haben wir für Sie als Projektbeispiel näher beschrieben.

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