Projektbeispiel: Selektiver Rückbau:
Konzeption mit Arbeitsschutz und Verdingungsunterlagen für eine ehemalige Lackfabrik
Veranlassung
Aufgabenstellung:
 
  Im Zuge einer Umnutzung und Neubebauung des Fabrikgeländes waren Produktionsgebäude, Lagerhallen, Werkstätten und Bürotrakte einschließlich der Freiflächenversiegelung rückzubauen.
  Auf Grundlage der Ergebnisse von Schadstoffuntersuchungen in allen Gebäudeabschnitten an den relevanten Baustoffen waren
  die Abriss- und Arbeitsschutzkonzeption zur behördlichen Genehmigungsvorlage nach § 74 BbgBO,
  die Verdingungsunterlagen sowie
  das Leistungsverzeichnis
  unter allgemeinen und standortspezifischen Gesichtspunkten sowie der Forderung nach Gewinnung sortenreiner Fraktionen für eine weitgehende Wiederverwertung, möglichst am Standort, zu erstellen.
 
Wichtige Daten:  
  Werksfläche: ca. 22 ha
  11 Gebäude
  Umbauter Raum: ca. 40.000 m³
  Bauschutt: ca. 7.000 m³
  Bearbeitungszeitraum: 04. - 05.1999
   
Ausgeführte Leistungen:  
  Rückbaukonzeption:
  Für das Genehmigungsverfahren wurde orientierend am festgestellten gesamten und lokalen Belastungsgrad eine Konzeption erarbeitet. Hierin wurden die allgemeinen und fallspezifischen technischen Maßnahmen skizziert sowie die generelle Vorgehensweise und Maßnahmenabfolge zur Gewinnung und Getrennthaltung sortenreiner Fraktionen aufzeigt.
  Hierzu wurde ein Ablaufplan für zwingend notwendige und sich im Zuge der Ausführung möglicherweise ergebende Maßnahmen für die Belange der Baugenehmigung beschrieben.
  Weiterhin wurden Einzelmaßnahmen unter Berücksichtigung der Kosten-Nutzen-Relation diskutiert, die aufgrund lokaler Belastungsschwerpunkte wünschenswert oder im Sinne einer ökologisch orientierten Selektion angezeigt waren.
  Schließlich wurde dem Schutzbedürfnis der Umweltkompartimente und der Gesundheit von Anliegern, den darüber hinausgehenden berechtigten Interessen Dritter und Sonderbedingungen wie einem angrenzenden Biosphärenreservat Rechnung getragen.
   
  Arbeitsschutzkonzeption:
  Die Konzeption enthielt alle in Zusammenhang mit Arbeiten in kontaminierten Bereichen nach BGR 128 geforderten Mindestanforderungen. Weiterhin wurden alle sonstigen in Baubereichen sowie feuerpolizeilichen und zur allgemeinen Unfallverhütung geltenden Vorschriften einbezogen.
  Darüber hinaus wurden die Standortverhältnisse hinsichtlich der Schadstoffarten, ihrer Konzentration in Baustoffen und der Luft berücksichtigt sowie die sich hieraus ergebene Exposition von Beschäftigten und von Dritten.
  Alle persönlichen Arbeitsschutzmittel und dem Arbeitsschutz dienenden technischen Einrichtungen und Maschinen wurden nach den geltenden Normen und den damit verbundenen Anforderungen spezifiziert.
   
  Verdingungsunterlagen:
  Für die Maßnahmenausschreibung wurden zunächst die allgemeinen Unterlagen erstellt wie Bewerbungsbedingungen, Angebotsschreiben, Allgemeine, Besondere und Zusätzliche Vertragsbedingungen.
  Auf Grundlage der Baugenehmigung und der Konzepte erfolgte die Standortanpassung durch Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen.
  Wegen der besonderen Schadstoffsituation waren spezielle Auflagen notwendig, u.a. zum zwingend erforderlichen Umgang mit bestimmten Baustofffraktionen gemäß den Vorschriften des Gefahrguttransports nach GGVS/ADR.
  Daran anschließend wurde das Leis-tungsverzeichnis (LV) mit allen notwendigen Kalkulationshinweisen, insbesondere mit bekannten Größen-, Massen- und Kontaminationsangaben, erstellt.
   
  Ergebnisse:
  Die Konzeptionen wurden von allen zuständigen Bau-, Umwelt- und Arbeitssicherheitsbehörden beanstandungslos genehmigt.
  Mit den Konzeptionen und Verdingungsunterlagen wurde dem AG ein Instrument in die Hand gegeben, das dem Ziel größtmöglicher Wiederverwertung unter Beachtung aller Vorsichtsmaßnahmen entsprach und es ihm vor allem bezüglich der Strukturierung und des Umfangs des LV ermöglichte,
  die Maßnahme ggf. in mehren Losen vergeben,
  eine genau Finanzplanung für jeden Leistungs- und Teilleistungsabschnitt aufstellen,
  Nachforderungen des AN und damit unkalkulierbare finanzielle Mehrbelastungen für den AG auf ein Minimum beschränken,
  die verschiedenen Angebote problemlos miteinander vergleichen und
  auch ohne Hinzuziehung der Preiser-mittlungen der Bieter deren Kalkulatio-nen nachvollziehen zu können.
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